Glaube im Alltag

Pfarreiengemeinschaft Weiskirchen

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Glaube im Alltag

„Der heilige Geist ist keine Eintagsfliege“

Liebe Pfarrangehörige,

mit dem Pfingstfest, das wir zum Abschluss des Osterfestkreises feiern, fängt alles erst an. Pfingsten wird als „Geburtstag der Kirche“ bezeichnet. Die Jünger standen vor der wohl größten Herausforderung ihres Lebens. Wie soll es weiter gehen, wie sollen wir das schaffen? In der Apostelgeschichte wird das Pfingstereignis mit einem mächtigen Bild eingeleitet:

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder…“ (Apg 2,1-3 ff)

 

Die Jünger hatten sich aus Furcht eingesperrt, denn sie wussten nicht was geschehen soll, wie es weiter gehen soll. Sie waren noch in einem Schockzustand und waren wohl wie erstarrt, wahrscheinlich auch deprimiert und enttäuscht. Wie kommen wir aus der Situation wieder heraus? Was muss sich ändern in unserem Leben? Was können wir ändern?

 

Folgende Geschichte aus einer Firmmappe, ist mir dieser Tage in die Hände gefallen. Was wäre passiert, wenn…? Ich möchte sie einladen, sich auf dieses Szenario einzulassen und sich selbst in die Geschichte einzufühlen.

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Sie freuten sich, beieinander zu sein. Am Himmel regte sich kein Lüftchen! So kam es, dass sie friedlich unter sich blieben. Es störte sie keiner – wer sollte sie auch schon stören? Sie frischten ihre Erinnerungen an Jesus auf; sie erzählten sich dies und jenes – und das konnten sie in ihrer eigenen Sprache. Die Fenster öffneten sie nur gelegentlich, um ein wenig zu lüften. In den Straßen um ihr Haus herum tummelten sich an diesem Tag Leute aus aller Herren Länder: Parther, Meder, Elamiter, Bewohner aus Mesopotanien, Kappadozier – wie gesagt, aus aller Herren Länder. Sie unterhielten sich über vieles, manche auch über Jesus und seine Anhänger. „Man hört nichts mehr von der Sache. Sie scheint sich erledigt zu haben!“. Dann wechselten sie das Thema und sprachen wieder über die Schriftauslegung von Rabbi Benjamin am Morgen in der Synagoge. Sie gingen weiter, ohne etwas erlebt zu haben – der Pfingsttag, ein Tag wie jeder andere!

In der kleinen Gruppe aber hielt Petrus eine Rede: „Liebe Freunde in der Erinnerung an Jesus! Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, dass unser Freund nicht mehr bei uns ist. Von den Juden haben wir nichts mehr zu befürchten, denn langsam haben sie sich beruhigt. Warum sollten wir von der Sache wieder anfangen? Wir haben unsere Ruhe. Das ist gut so, dass soll so bleiben! Dann und wann wollen wir uns treffen, um das Andenken an ihn in Ehren zu halten. Im Übrigen soll alles so bleiben, wie es ist. Das ist für die Beteiligten das Angenehmste. Fremde können in unserer Gruppe nur stören.“ Soweit Petrus. Die Jünger trafen sich noch öfters, fingen an, sich zu langweilen – und die Mittelmäßigkeit erlebte Höhepunkte. Mit den Jahren starben sie. So ging die Sache Jesu zu Ende.

Man redete nicht mehr viel darüber, denn die Belanglosigkeiten haben das gleiche Schicksal wie Eintagsfliegen.“

(aus: Pfingsten-ein Funke der überspringt, Trier)

Die Kirche in unserer Zeit steht vor großen Veränderungen und Herausforderungen, und das nicht nur im Bistum Trier. Wir können und dürfen die Situation nicht ignorieren. Wir selbst müssen uns vom Geist Gottes beflügeln und anstiften lassen. Sicher wird es Situationen geben die uns in eine Schockstarre versetzen und uns erstarren lassen, die uns vielleicht auch deprimieren und enttäuschen. Das gehört zum Leben auch dazu! Entscheidend wird sein, diese Phasen zu durchbrechen und neue Kraft für die Sache Jesu zu schöpfen. Denn wie heißt in einem Pfingstlied: „Die Sache Jesu braucht Begeisterte, sein Geist sucht sie auch unter uns. Er macht uns frei, damit wir einander befrei´n…!“

Ihr / Euer

Jörg Mang, Gemeindereferent