Glaube im Alltag

Pfarreiengemeinschaft Weiskirchen

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Glaube im Alltag

Liebe Mitchristen,

mit dem Fest der Taufe des Herrn endet liturgisch die Weihnachtszeit. Es ist der erste Sonntag nach dem Fest Erscheinung des Herrn, der auch Drei-Königs-Tag genannt wird. Somit endet im Jahre 2018 die Weihnachtszeit bereits am 08. Januar. Obwohl viele Menschen schon andere Wege gehen und Weihnachten vorbei ist, fällt dennoch einmal noch weihnachtlicher Glanz in unseren Alltag. Die Kirche feiert am 02. Februar das Fest „Darstel-lung des Herrn“. Nach jüdischem Gesetzt galt jeder Erstgeborene – also auch Jesus – als Eigentum Gottes, deshalb musste er in den Tempel gebracht und dort Gott dargestellt werden, um ihn dann „auszulösen“. Auch Maria und Josef unterziehen sich diesem Brauch und bringen Jesus zum Tempel. Als Gaben bringen sie zwei Turteltauben. Die Gabe armer Leute.

Traditionsgemäß werden am 02. Februar auch die Kerzen gesegnet, die in den Kirchen und Familien das ganze Jahr über abgebrannt werden. So er-hielt dieses Fest im Volksmund auch den Namen „Maria Lichtmess“. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil steht die „Darstellung des Herrn“ mit der Weissa-gung des Simeon wieder mehr im Vordergrund. Der hl. Papst Johannes Paul II. erklärte diesen Tag im Jahre 1997 zum „Tag des geweihten Lebens“. Grund hierfür war, das Simeon und Hanna ihr ganzes Leben auf den Messias warteten. So soll der Inhalt des Tages das Gebet und der Dank für die Männer und Frauen sein, die ihr Leben in der Kirche, in Orden, apostolischen Gemeinschaften oder Säkularinstituten Gott besonders weihen. Das Evange-lium dieses Festes ist dem Lukasevangelium entnommen:

 „Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde. Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm.

Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.

Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus her-einbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern berei-tet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.

Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerich-tet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.

Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. (LK 2, 21-35)

Das Fest „Darstellung des Herrn“ heißt wie schon erwähnt im Volksmund „Maria Lichtmess“. Simeon erkennt in Jesus das Licht der Welt, noch einmal erstrahlt weihnachtlicher Glanz. Doch die Worte des Simeon an Maria, die Mutter Jesu werfen auch einen Schatten – gerade auf Maria die Mutter. Ma-ria gibt ihr Kind kurz frei, sie gibt ihr Kind in die Hände eines fremden Men-schen. Damit wird auch deutlich, dass ihr Kind nicht ihr Privatbesitz ist. Maria kann - wie so oft in ihrem Leben – nur dabeistehen, ganz nahe, und muss zu-schauen, welchen irdischen Weg ihr Kind Jesus nimmt. Ein irdischer Weg, der auch für die Mutter voller Schmerzen ist.

Liebe Pfarrangehörige, wenn ich diesen biblischen Text auf mein Leben übertrage, wird mir deutlich, dass ich auch das Heil nicht jeden Tag erken-nen kann. Vielleicht braucht es auch ein wenig von der Geduld, die Simeon ausgezeichnet hat, doch das Heil ist da. Darauf darf ich, darauf dürfen Sie, darauf dürfen wir alle vertrauen.

Ihr Pastor Leo Koch

 

Kerzenweihe / Blasiussegen

Die Kerzen, die wir zu Maria Lichtmess entzünden und die Kerzen des Blasi-ussegens zeugen von dem Licht, das mit Christus in die Welt gekommen ist. Ein heller Schein in der Dunkelheit des Winters und unseres Lebens.

Bringen Sie die Kerzen, die gesegnet werden sollen, mit zum Gottesdienst. Hinweise in der Gottesdienstordnung beachten.

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