Glaube im Alltag

Pfarreiengemeinschaft Weiskirchen

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Glaube im Alltag

(Bild: Kirchenfester Pfarrkirche Rappweiler-Zwalbach)“.

Liebe Pfarrangehörige,

wir feiern in diesen Tagen, das Fest „Darstellung des Herrn“.

Da kommen Eltern und bringen ihr Kind in den Tempel. Sie wollen Gott Dank sagen für das Leben, das ihnen geschenkt und anvertraut ist. Sie entrichten die vorgeschriebenen Opfergaben für die Erstgeburt.

„ ….Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Trauben. (Lk 2, 22 – 24)

Und dann kommt ein Greis, nimmt das Kind in seine Arme und spricht prophetische Worte. Der alte Mann kennt sich aus in den Heiligen Schriften. Er hat die Worte des Propheten Maleachi im Ohr. „Es wird einer kommen, die Wege Gottes in der Welt zu bahnen. Es wird einer kommen und vom Tempel des Herrn Besitz ergreifen.“

Jetzt ist der langersehnte Tag da. Er – Jesus – ist es, auf den die Propheten hingewiesen haben.

Der Greis Simeon erkennt das Kind auf den Armen seiner Eltern. Erkennt den, der gekommen ist um die zu befreien, die durch Furcht vor dem Tod geknechtet waren. Das Kind ist ein Lichtblick. Er lässt die Verzweifelten Hoffnung schöpfen. Gott nimmt sich unser an. Er wird in diesem Kind uns gleich. Er geht seinen Weg, der an das Kreuz führt, um die Sünden des Volkes zu sühnen.

Das Kind - ein Lichtblick.

Denn in ihm hat sich Gott der Welt angenommen. Uns hat einer den Weg gezeigt, der zum Leben führt. Er hat selbst gesagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer zu mir kommt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh 6,12).

Darum haben wir das Licht in die Welt zu tragen, haben selbst Licht zu sein. Wir sind Zeugen dessen, der sein Gottsein nicht für sich behielt, sondern sich zum Knecht der Menschen machte, der aber so einen Namen bekam, der groß ist bei Gott und den Menschen. Wir sind Zeugen des Lichtes, das am Ostermorgen aufleuchtete.

Wir sollen unser Licht leuchten lassen, wo wir leben, wo wir lernen, wo wir arbeiten.

Dort warten Menschen auf unser Gutsein, hungern nach ein wenig Verständnis, sehnen sich nach Angenommen sein, nach Wärme, nach Liebe. Bringen wir ihnen unser Licht. Bringen wir ihnen Christus.

Das Fest am 40. Tag nach der Geburt Jesu wurde in Jerusalem mindestens seit dem 5. Jahrhundert gefeiert und mit gleicher Freude wie Ostern begangen.

Seit der Liturgiereform 1960 wird „Maria Lichtmess“ (früher so genannt) auch in der römischen Kirche wieder als Fest des Herrn gefeiert unter dem Namen „Fest der Darstellung des Herrn“.

An diesem Tag werden in der Katholischen Kirche die Kerzen gesegnet für den liturgischen und privaten Gebrauch. Die Kerzen sind ein Symbol, dass wir das Licht Christi in unserer Taufe empfangen haben, und es am Brennen halten sollen.

Die Kerze steht mit ihrem brennenden Docht für das Gebet. Deshalb brennt das Ewig Licht als Zeichen der Gegenwart und Anbetung Gottes am Tabernakel.

Deshalb brennen Kerzen vor Bildern der Mutter Gottes und anderen Bildnissen in unseren Kirchen und werden an Wallfahrtsorten entzündet.

Die Kerzen brennen auch in unseren Gottesdiensten. Das Licht der Kerzen ist das Medium der Erkenntnis und damit auch Symbol für den Geist, der den menschlichen Verstand erleuchtet. So wie das Auge ohne Licht nicht sehen kann, so kann der menschliche Geist ohne das Licht des Geistes Gottes nichts erkennen. Das Licht der Kerze ist direkt auf Jesus Christus bezogen. Es ist ein Zeichen für die Gegenwart Christi, der als Licht für die Welt bezeichnet wird. In vielen biblischen Versen wird im Alten und Neuen Testament vom Licht berichtet.

Ich wünsche Ihnen allen, dass das Licht Christi, das Sie bei Ihrer Taufe erhalten haben, in ihrem Leben am Brennen bleibt.

Wir feiern am Fest der Darstellung des Herrn einen Lichtgottesdienst. Auch für jeden von uns wird in dieser Feier Licht in unser Dunkel kommen. Wir segnen die Kerzen und empfangen wieder das Christuslicht.

Ihr

 

Pastor Leo Koch