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Glaube im Alltag   

Liebe Pfarrangehörige, liebe Gäste,

In diesem Pfarrbrief möchte ich Ihnen den hl. Don Bosco (Johannes Bosco) etwas näher bringen.
Wer war Don Bosco? Was sagt er uns heute?
Don Bosco (Giovanni Bosco) lebte im 19. Jahrhundert. Am 16.08.1815 wurde er in der Nähe von Turin in Becci/ Piemont geboren. Johannes Bosco war ein Sohn armer Bauersleute. Er verlor früh seinen Vater. Don Bosco lernte früh die Not seiner Heimat kennen. Er lernte schon als Kind Entbehrungen ertragen und mit der Hände Arbeit für den Lebensunterhalt sorgen. Er musste mit seinen Geschwistern und seiner Mutter für die Familie sorgen. In der damaligen Zeit keine leichte Aufgabe, denn Hunger, Gewalt und Elend gehörten zum Alltag in Turin dazu. Er lernte die Not der Familien und deren Folgen kennen. Es war die Zeit der Industrialisierung. Viele Kinder und Jugendlichen verwahrlosten. Don Bosco nahm sich dieser Kinder und Jugendlichen an. Er wurde unter schwierigen Bedingungen Priester und er weihte sein Leben der Jugend. Er war eine geniale und (Bild privat: Hl. Don Bosco und hl. Dominikus Savio) mitreißende Erziehungspersönlichkeit unter dem geistigen Einfluss der Heiligen Philipp Neri und des heiligen Franz von Sales.
Johannes Bosco scharte zunächst einige Kinder und Jugendliche um sich, versorgte sie mit Essen und Bildung. Darunter war auch Dominikus Savio, ein Jugendlicher, der auch später heiliggesprochen wurde. Waren es zunächst nur einige Kinder und Jugendliche, so wuchs die Schar rasch. Aber nicht nur die Kinder und Jugendlichen scharten sich um ihn, nein auch junge Männer, die ihm dabei helfen wollten.
Johannes Bosco gründete ein soziales Jugendwerk und im Jahre 1868 den Orden der Salesianer Don Bosco. Heute einer der größten Männerkongregationen der Welt. Später kam auch die Genossenschaft der Mariahilf-Schwestern dazu.
Johannes Bosco hatte charismatische Begabungen und eine hohe Erziehungskunst, sowie Einfühlungskraft, verbunden mit einer klaren Erkenntnis der Not seiner Zeit. Darunter hatte er aus einem tiefen Glauben erwachsener Liebe ein Herz für Kinder und Jugend.
Eine Episode aus seinem Leben.
Don Bosco wurde einmal vom Kaplan gefragt, warum er denn Priester werden möchte? Seine Antwort kam spontan. Don Bosco sagte: "Um vielen Kameraden näher zu kommen und sie in der Religion zu unterweisen, denn sie sind nicht schlecht, aber sie werden es, wenn sich niemand ihrer annimmt".
In der Franziskuskirche in Turin traf er einen seiner ersten Schützlinge. Er war elternlos, 15 Jahre alt und in der Ausbildung zum Maurer. Don Bosco nahm ihn auf und versorgte Ihn mit Essen und lud ihn ein seine Kameraden mitzubringen. Sonntags darauf waren es schon sechs Jugendliche und nach etwa drei Monaten schon 50 Jugendliche. Für sie musste er einen Platz finden, ein Dach über dem Kopf. Immer wieder wurde er angefeindet und verjagt. Don Bosco verzweifelte nicht, er vertraute auf Gottes Hilfe.
Eines Tages bekam er einen Schuppen angeboten, den er notdürftig zum ersten Jugendheim ausbaute. Er nannte die Häuser in denen er den Kindern und Jugendlichen eine Heimat gab „Oratorium“ (Zentrum der Jugendarbeit - Jugendhilfe). Rasend schnell vermehrte sich die Schar der Jugendlichen. Und so konnte ein von Gott getragenes Werk entstehen und Frucht bringen. Aber mit seinem Engagement macht sich der Geistliche nicht nur Freunde - die Kirchenoberen legten ihm Steine in den Weg. Jedoch die Päpste Pius IX und Leo XIII erfuhren von seiner Tätigkeit und unterstützten Ihn.
Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Jugendheime und Werkstätten in Turin und Umgebung, aber darüber hinaus auch in anderen Ländern gebaut um für junge Menschen Ausbildung und Perspektive zu geben. Die Päpste, die die Bedeutung des Johannes Bosco und der Gemeinschaft der Salesianer erkannten, vertrauten ihm immer mehr Missionsgebiete an. Auch bei uns im Bistum Trier gab und gibt es Niederlassungen. So sind heute noch Salesianer Don Boscos in Trier - West, Jünkerath und auf dem Helenenberg tätig.
Mit den Worten von Don Bosco: "Sucht Seelen und nicht Geld, Ehren oder Würden und schenkt besondere Liebe den Kindern, den Jugendlichen, den Kranken, den Alten und den Armen! Und vergesst die Familien nicht." entsandte er seine Glaubensboten in die ganze Welt. Don Bosco starb heiligmäßig am 31.01.1888 und wurde von Papst Pius XI 1929 selig- und 1934 heiliggesprochen. Sein Grab befindet sich in Turin-Valdocco, in der Maria-Hilf Basilika.

Ihr

Leo Koch, Pfarrer

Foto: privat