Glaube im Alltag

Liebe Pfarrangehörige,

Anfang Oktober (04.10.) feiert die Kirche den Gedenktag des heiligen Franz von Assisi.

Schon zu Lebzeiten galt Franziskus als "Urbild des neuen Menschen", da er in seltener Radikalität und Klarheit die Nachfolge Jesu in seinem Leben verwirklichte. Prägend ist besonders bei Franz von Assisi die konsequente Hinwendung zu den Armen und die große Liebe zur Schöpfung. In seinem berühmten “Sonnengesang“ preist Franziskus die Schöpfung. Schon vor 900 Jahren machte Franziskus deutlich, dass die Bewahrung der Schöpfung eine der zentralen Aufgaben der Christen ist.

Seit dem Jahr 2007 gibt es im Ablauf des Kirchenjahres eine Zeit der Schöpfung. Das herbstliche Erntedankfest feiern wir in dieser Zeit.  Aber auch aus einem weiteren Grund ist Franziskus ein richtungsweisender Heiliger, gerade für unsere Zeit. 1205 vernahm er beim Gebet in der baufälligen Kapelle San Damiano der Überlieferung nach vor dem Kreuz die Worte: "Franziskus, geh hin und stelle mein Haus wieder her, das, wie du siehst, schon ganz verfallen ist." Franz verstand diese Worte zunächst als Auftrag, der vom Einsturz bedrohten Kapelle vor den Toren Assisis wieder Standfestigkeit zu verleihen.

Wie wir aber aus der Geschichte wissen, bezog sich dieser Auftrag nicht nur auf die kleine Kapelle San Damiano, sondern auf die ganze Weltkirche, die sich damals in einer Krise befand. Wie sich doch die Zeiten gleichen:

  • Als Franziskus lebte, drohte nicht nur San Damiano zu verfallen, sondern die Kirche im Ganzen drohte zu verweltlichen. Der Auftrag und die Botschaft Jesu war vielerorts aus dem Blick geraten.
  • Auch in unseren Tagen verdunkeln Affären und Skandale das Antlitz der Kirche. Auch unser Bistum steht vor großen Veränderungen und Umbrüchen. Mit dem 1. Januar 2020 geht unsere jetzige Pfarreiengemeinschaft in der Pfarrei der Zukunft Wadern auf.

Ich finde, die Worte, die Franziskus damals vernahm: “Siehst du nicht, dass meine Kirche zerfällt? Bau sie wieder auf!“ gelten auch den Christen heute:

Mitzuwirken am Aufbau der Gemeinde und der Kirche. Dazu gibt es verschiedene Wege, die zum Ziel führen. Kirche ist immer Kirche in der jeweiligen Zeit. Sie besteht aus Menschen, die Stärken, aber auch Schwächen und Fehler haben, die aber auch Perspektiven aufzeigen können. Jesus Christus ist der Herr seiner Kirche. In jeder Zeit und Epoche gilt seine Zusage, dass er bei uns ist, bis zum Ende der Welt. Setzen wir unsere Begabungen und Fähigkeiten zum Aufbau unserer Gemeinden ein.

Beten wir innig zum Hl. Geist, zur Erneuerung unserer Kirche von heute.

Ihr Pastor Leo Koch

Bild: Pfarrbriefservice.de