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Glaube im Alltag   

Liebe Pfarrangehörige,

die österliche Bußzeit gab uns Gelegenheit, über Sinn und Ziel unseres Lebens nachzudenken. Innere und äußere Erschütterungen wie Krankheiten, Corona und der Tod lieber Menschen haben dazu einen dunklen Hintergrund geliefert.

Hart spüren wir die Grenzen unserer Möglichkeiten. Da fragt man sich: Was überwindet die Brüchigkeit dieses Lebens? Was stillt den Hunger nach einer neuen, bleibenden Lebensqualität?

Die Jünger Jesu standen offensichtlich nach der Katastrophe des Karfreitags vor ähnlichen Fragen. Sie waren begeistert gewesen von Jesus. Um seinetwillen hatten sie alles verlassen und waren ihm nachgefolgt. Sie fieberten dem Reich Gottes entgegen: dem Reich der Gerechtigkeit, des Friedens, der allumfassenden Liebe.

Und plötzlich wurde alles durcheinandergeworfen, wurde alles im wörtlichen Sinn des Wortes durchkreuzt. Am Kreuz Jesu war nur noch einer der Zwölf mit dabei, der Apostel Johannes. Die anderen hatten sich enttäuscht zurückgezogen und zerstreut.

Doch dann geschieht die große Überraschung Gottes, geschieht das Ereignis, das schlechthin Unkonstruierbare und unvergleichbare Neue. Aus dem scheinbaren Ende schafft Gott die Wende und den neuen, endgültigen Anfang. Er lässt Jesus nicht im Tod.

Er hat ihn auferweckt. Er hat ihm ein Leben geschenkt von völlig neuer Qualität: ewiges, unzerstörbares Leben. Das Grab ist leer, Jesus lebt!

Gott durchbricht in der Auferstehung Jesu Christi unsere gesamte Lebens- und Sterbewelt, er sprengt ihre unerbittlichen Grenzen.

Jesus lebt, er begegnet den Jüngern, mit ihm und durch ihn wird der bisher unzugängliche Weg zur Fülle des Lebens erschlossen. Die dunklen Fragen des Karfreitags erhalten an Ostern eine überhelle Antwort. Die Sonne von Ostern leuchtet uns auf.

Ostern verkündet uns: Gott ist der treue Gott, er hat uns Freude und Zukunft eröffnet, er hat unserer Hoffnung festen Grund gegeben. Ostern reißt die Kurve unseres Lebens nach oben: das Leben ist lebenswert, es lohnt sich zu leben, österlich zu leben.

Österlich leben, das heißt nach dem Evangelium, das wir an Ostern hören: Der Stein ist weggewälzt. Durch die Taufe, erhalten wir das Ostergeschenk des neuen Lebens, wir sind mit dem Auferstandenen vereint. Der Stein ist weggewälzt, die Blockade des Todes ist durchbrochen.

Österlich leben heißt schließlich: leben mit dem Lebenden. Jesus weiß nicht nur um uns, er bleibt unter uns.

Machen wir uns als Erlöste neu auf den Weg. Der Stein, der uns hindern könnte, ist weg, das Grab ist nicht unser Ort. Der Lebendige, der uns das Brot brechen will, er begleitet uns.

So wünsche ich Ihnen allen ein gnadenreiches Fest der Auferstehung Jesu und Gottes reichen Segen.

Ihr

Pastor Leo Koch