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Glaube im Alltag   

 „…du stellst meine Füße

auf weiten Raum.“

Psalm 31,9

Liebe Pfarrangehörige,

diese Zeilen zu Papier zu bringen, fällt mir nicht leicht. Denn, heute heißt es für mich nach 19 Jahren auf Wiedersehen und DANKE zu sagen. Danke, für eine unfassbare Zeit mit so vielen Begegnungen, Gottesdiensten, Freizeiten, Festen, Projekten, Glaubensgesprächen und Freundschaften.

Ich beschäftige mich schon länger damit, eine berufliche Veränderung anzustreben. Nach fast zwei Jahrzehnten - wenn nicht jetzt, wann dann! Wer mich kennt, weiß, dass ich für meinen Beruf brenne und auch bei  Widerständen und mancher aussichtloser Perspektive nie die Hoffnung aufgegeben habe: die Hoffnung an eine lebendige Kirche; eine kreative und auch ver-rückte Kirche. Denn, so einiges haben wir gemeinsam in diesen Jahren ver-rückt.

Ich durfte in dieser Zeit immer absolut frei agieren und meine Kreativität voll ausleben – und hoffe, dass war in Eurem Sinne. Deshalb geht ein besonderer Dank an die direkten Vorgesetzten in meiner Dienstzeit an: + Herrn Pastor Joachim Haupenthal, Herrn Pfarrer i.R. Achim Heider und Herrn Pastor Leo Koch.

Ich bin mir auch sehr bewusst, dass nicht immer alle meine Aktivitäten, Ideen auf offene Ohren und Herzen gestoßen sind. Es ist auch nicht immer alles gelungen. Dadurch habe ich mich aber nicht beirren lassen – im Gegenteil, es hat mich gestärkt und motiviert. Nach einer Reflexion wurden dann Dinge verändert, angepasst oder auch schon mal at Acta gelegt.

In einem pastoralen Beruf einen „Erfolgsmaßstab“ anzulegen ist nicht nur schwer, sondern wird auch ganz verschieden betrachtet. Ich kann nicht sagen, wie vielen Kindergartenkindern ich bei den vielfältigen Angeboten und Jugendlichen in diesen Jahren bei den Firmvorbereitungen begegnet bin;  wie viele Jugendliche bei den über 30 Ferienfreizeiten am Start waren, wie viele Schul- und Kommunionkinder. Wie viele Familienbegegnungen bei Gottesdiensten und FamilienErlebnisTagen stattfanden;  Zigtausende Begegnungen im Ostergarten und natürlich in und um die Jugendkirche MIA in Rappweiler. Hinzu kommen viele Begegnungen in der Einzelseelsorge und mit Gruppen wie die intensive Arbeit mit den Räten der Pfarreiengemeinschaft, den Erzieherinnen in den Kindergärten, den Frauengemeinschaften, den Chören und natürlich dem Liturgiekreis. Die Aufzählung kann an dieser Stelle nicht vollständig sein.

In meinem Bewerbungsgespräch schossen mir viele Dinge durch den Kopf, als mir die Frage gestellt wurde: „Was war Ihr größter Erfolg in der Pastoral, Herr Mang?“  Ich habe gezögert und eine gute Zeit überlegt. Meine Antwort kam dann umso überzeugender: „Mein größter Erfolg ist, dass die Menschen mich authentisch erlebt haben und in mir einem vertrauensvollen Partner auf Augenhöhe begegnet sind.“

Liebe Pfarrangehörige,

ich habe stets auf Euch gebaut und Euch vertraut – ich habe Euch auch einiges zugemutet und vieles zugetraut. Und darauf baue ich auch mit Blick auf die neue Pfarrei „Don Bosco Weiskirchen“, sowie auf den „Pastoralen Raum Wadern“.

Der Text  des Liedes „Weite Räume meinen Füßen“, das  von der Band Habakuk vertont wurde, hat den Psalm 31 als Quelle. Es ist die Rede von Weite, Quellen, Horizont und Ressourcen. Für mich persönlich öffnen sich neue Räume mit einer gewissen Weite, mit Risiken, aber auch mit Chancen und Perspektive.

Der Termin meiner Verabschiedung fällt auf den 1. Advent. (Samstag, 27.11.2021 um 15.30 Uhr in der Jugendkirche MIA). Mit dem Advent beginnt ein neues Kirchenjahr, etwas Neues kann beginnen. Altes können wir getrost zurücklassen, denn wir wissen es in Gott geborgen und gut aufgehoben.  Passender kann eigentlich ein Verabschiedungstermin  nicht sein.

Auch mit Blick auf das weltliche neue Jahr, wird sich einiges verändern. Die fusionierte Pfarrei „Don Bosco Weiskirchen“ geht an den Start, ebenso der neu gegründete „Pastorale Raum Wadern“. Nun können endlich die Ergebnisse der Synode in der neu entstehenden Struktur angesiedelt und umgesetzt werden. Das stellt uns alle vor neue Herausforderungen, die aber viele Chancen in sich bergen, die entdeckt und angegangen werden wollen. Ziel ist es eine kreative und lebendige Kirche zu gestalten, die offen ist für alle Menschen, die in ihr eine Heimat finden wollen.

Hierzu wünsche ich gutes Gelingen und Gottes reichen Segen.

Nun sage ich auf Wiedersehen und verabschiede mich aus der Pfarreiengemeinschaft Weiskirchen und dem Dekanat Losheim- Wadern. Unsere liebgewordene Heimat im Hochwald und der Wohnort werden natürlich bleiben und zur Kraftquelle für die neuen Aufgaben werden.

Herzlichen Dank für alles, was wir in diesen zwei Jahrzehnten gemeinsam erlebt und durchlebt haben. Es ist ein Stück von mir und wird es für immer bleiben.

Weite Räume meinen Füßen,
Horizonte tun sich auf,

zwischen Wagemut und Ängsten,
nimmt das Leben seinen Lauf.


Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Schritt ins Offne, Ort zum Atmen,
hinter uns die Sklaverei;
mit dem Risiko des Irrtums
machst du, Gott, uns Menschen frei.

Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Da sind Quellen, sind Ressourcen,
da ist Platz für Phantasie;
zwischen Chancen und Gefahren
Perspektiven wie noch nie.


Du stellst meine Füße auf weiten Raum.


Doch bleib Kompass, bleibe Richtschnur,
dass wir nicht verloren gehn;
zu der Weite unsrer Räume
lass uns auch die Grenzen sehn.

Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

 

 

Mit den besten Wünschen grüße ich Euch und Eure Familien von Herzen.

https://trier.ingenius-office.org/userfiles/Image/Foto%20Jörg%20Mang.jpgEuer Gemeindereferent