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Glaube im Alltag   

Liebe Pfarrangehörige, ich möchte Ihnen heute eine Geschichte erzählen, die ich kürzlich gelesen habe:
„Auf einem Werkstoffhof, wo man auch Alteisen entsorgen kann, haben zwei türkische Jungen einen gekreuzigten Christus gefunden. Irgendjemand konnte ihn nicht mehr gebrauchen.
Die beiden Jungen wussten genau, wo dieser Christus am besten hingehörte. Sie brachten ihn zum katholischen Pfarrer. Und von diesem Tag an geschahen viel Dinge um diesen Christus, die man wie ein Zeichen von Leben deuten kann. Zunächst wurde der Christus gereinigt. Ein Schreiner machte ein passendes Kreuz. Das Kreuz bekam einen besonderen Platz in der Kirche. Die Gemeinde hatte den Christus nicht beim alten Eisen gelassen, sondern ganz bewusst aufgenommen und angenommen.“
Liebe Pfarrangehörige, ist es nicht in der heutigen Zeit so, dass viele Menschen - auch Christen - das Kreuz beiseitelegen, oder es sogar entsorgen? Viele sehen im Kreuz allenfalls noch einen Dekorationsartikel oder Modeschmuck.
Im Johannesevangelium (Joh 3,13-17) lesen wir, wie Jesus dem Pharisäer Nikodemus den Sinn und Ziel seines Lebens enthüllte. Er will die Welt und die Menschen retten. Und der Ort unserer Rettung ist das Kreuz. Mehr brauchen wir nicht zu wissen. Jesus hat uns am Kreuz gerettet. Aber können die Menschen heute noch daran glauben, dass der schändliche Kreuzestod Jesu unsere Rettung ist?
Ich bin zutiefst davon überzeugt, denn was am Kreuz auf Golgatha geschehen ist, das ist Liebe pur.

Jesus ist am Kreuz nicht gescheitert, sondern er hat Leid und Tod auf sich genommen, damit wir Menschen in Leid und Tod nicht mehr alleine sind. Durch seine Auferstehung hat er Leid und Tod überwunden, damit auch wir das ewige Leben erlangen.

Daran kann ich mich, wenn ich auf das Kreuz schaue, erinnern.

Daran kann ich mich festhalten, wenn mir in meinem Leben das eigene Kreuz zu schwer wird oder ich daran zu zerbrechen drohe.

Dann darf ich Jesus bitten und darauf vertrauen, dass er mitträgt.

Die Liebe, die sich am Kreuz bezeugte, sie ist stärker als das Leid und das aus Liebe geborene Leben überwindet den Tod.

Das feiern wir am Herz-Jesu-Hochfest: Die Liebe, die sich am Kreuz hingegeben hat für uns.

Wenn wir uns das bewusst machen, dann kann auch bei unseren Gemeinden, wie in der anfangs erwähnten Geschichte ein neuer Aufbruch im Glauben geschehen.

Mag das Kreuz auch abschreckend für manche sein, so gehört es doch wesentlich zum Christentum; ebenso wie der Glaube an die Auferstehung.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit und lade Sie ein, dem Kreuz in Ihren Häusern einen besonderen Platz zu geben. Oder Sie besuchen unsere Wegekreuze und schmücken und pflegen sie. Dafür sage Ihnen schon jetzt meinen herzlichen Dank.


Ihr Pastor Leo Koch