Glaube im Alltag

Liebe Pfarrangehörige,

am 19. März feiert die Kirche den heiligen Josef – ein Mann im Hintergrund, der in der Heilsgeschichte dennoch eine große Rolle einnimmt: als Mann, der für Maria und Jesus sorgt und Verantwortung trägt. Sein Fest am 19. März ist seit 850 belegt.

1870 ernannte Papst Pius IX. den hl. Josef zum Patron der katholischen Kirche. Vom hl. Josef finden wir nur wenige Berichte in der Bibel. Vieles davon gehört in den Bereich der Legenden. Gesichert ist, dass er aus „dem Hause und Geschlechte Davids“ stammte und sich nach seinem Traum rührend und voller Sorge der schwangeren Maria annahm. Josef sah den Heiland als Erster, empfing die Hirten und Könige und veranlasste die jüdischen Glaubenspflichten: Beschneidung und Namensgebung sowie Darstellung im Tempel. Die Tradition geht davon aus, dass Josef noch vor der öffentlichen Wirksamkeit Jesu gestorben ist. Josef ist auch ein anderes Wort für Treue. Treue im umfassenden Sinn des Wortes: Ich finde es sehr menschlich, dass er kurz seine Trennung von Maria in Erwägung zieht, aber nach der Ermutigung durch den Engel Gottes doch bei Maria bleibt. So klar kann Glaube sein. Josef sagt Ja zu dem Gegebenen und hält in Treue zu Gott, dem Vater. Möge auch uns allen ein solch klarer Glaube geschenkt werden.

Im Hymnus aus der Lesehore des Stundenbuches der Kirche heißt es am Hochfest des hl. Josef: „Wortlos erfüllst du Gottes dunklen Willen, tust ohne Frage, was er dir gebietet, demütig dienst du seinem großen Plane treu und beharrlich.“ Josef leitet uns an, an unserem jeweiligen Platz konkret anzupacken, mit ganzer Kraft zu tun, was anfällt und was uns als Christen aufgetragen ist, - aufmerksam, bescheiden, ohne Aufhebens davon zu machen. Josef geht seinen Weg – konsequent, ohne zu klagen. Was ihm auch begegnet, wohin Gott ihn auch führt. Josef geht seinen Weg mit ganz viel Liebe. Unspektakulär, aber gradlinig. In der Bibel und später auch in der Kirchen- und in der Kunstgeschichte kommt Josef oft nur am Rande vor, doch was, wenn er gefehlt hätte? Wenn er sich für einen anderen Weg entschieden hätte?

Wie Maria ist Josef ein Christusträger. Lasst auch uns zu Christusträgern werden, und den Glauben leben und ihn weitergeben an unsere Nachfahren. Mit Gottes Hilfe und auf die Fürsprache des hl. Josef.

Ihr Pastor Leo Koch

Bild: Privatfoto – Kirche in Rom