Glaube im Alltag

Komm, o mein Heiland Jesus Christ, 
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein, 
dein Freundlichkeit auch uns erschein. 
Dein Heilger Geist uns führ und leit 
den Weg zur ewgen Seligkeit. 
Dem Namen dein, 
o Herr, sei ewig Preis und Ehr.
(5. Strophe vom Lied: Mach hoch die Tür...)

 

Liebe Pfarrangehörige,

wir feiern miteinander Advent – Ankunft des Herrn. Der Herr will bei uns ankommen. Dabei singen wir auch das Adventslied: „Mach hoch die Tür...“ Haben wir für ihn eine offene Tür? Er kann nur da ankommen, wo er auch eingelassen wird.

Mit Türen haben wir alle unsere Erfahrungen. Niemand kann von uns sagen, durch wieviele Türen wir schon im Laufe des Lebens gegangen sind. Wieviel verschlossene und offene Türen wir angetroffen haben.

Durch manche Türen gehen wir gerne - z. B. in meine Wohnung, zu Freunden….

Manche Türen machen uns neugierig --z.B. Türen an einem Schrank, in dem ich eine Überraschung vermutet.

Es gibt auch Türen, vor denen ich warten muss -z.B. beim Arzt, auf Ämtern …..

Es gibt auch Türen, da habe ich Angst, sie zu öffnen - z.B. Tür zum Krankenhaus, zu einem Sterbezimmer, zu Menschen die mich nicht mögen.

Türen erinnern mich an Menschen. Wir gleichen offenen oder verschlossenen Türen.

Sind wir eher offene oder verschlossene Menschen?

Es gibt Menschen auf der Straße, die kein Zuhause haben, keine Tür, die sich für sie öffnet. Manche Menschen möchten anders leben, aber sie schaffen es nicht. Von vielen Menschen werden sie abgelehnt, weil diese voller Vorurteile ihnen gegenüber sind. Wenn jemand für die Menschen eine offene Tür, ein offenes Herz hat, dann erzählen sie gerne ihre traurigen Lebensgeschichten.

Nicht nur die Menschen von der Straße suchen bei uns eine offene Tür. Die Kinder aus der dritten Welt und bei uns hier im Land. Alte und kranke Menschen suchen bei uns ein offene Tür. Menschen die einsam sind, denen das Leben schwer fällt, die fremd sind und anders aussehen als wir, sie klopfen an die Tür unseres Herzens und bitten stumm um Hilfe.

Es wäre gut, wenn wir allen, die uns brauchen, die Tür zu unserem Herzen öffnen würden, wenn sie bei uns ankommen und Verständnis und Hilfe finden könnten.

Täglich bitten viele Menschen stumm darum , dass wir uns nicht verschließen, dass wir ihnen eine Tür öffnen – die Tür unseres Herzens.

Menschen die uns wichtig sind, brauchen uns.

In all diesen Menschen will Jesus bei uns ankommen: in dem Mensch auf der Straße, in den Kindern aus der dritten Welt, Mitschüler, Eltern, einsame und kranke Menschen u.v.a. Wenn wir ihnen eine Tür zum Leben, zur Freude und zur Hoffnung auftun, dann und nur dann kann Jesus bei uns ankommen, können wir Weihnachten feiern, das Fest der Menschwerdung, das Fest seiner Ankunft bei uns.

In Bethlehem hat Jesus durch Maria und Josef an verschlossene Türen geklopft, er klopft auch heute bei uns an, durch Menschen, die unsere Hilfe brauchen.

Er klopft bei uns an, weil er bei uns Mensch werden will. Wenn wir ihm die Tür unseres Herzen öffnen, dann kann er ankommen, dann kann Weihnachten werden.

Gesegnete Adventszeit

Ihr Pastor Leo Koch